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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Oldenburg, Claes, schwed.-US-amer. Bildhauer, Performancekünstler, Maler, Grafiker, Illustrator, *28.1.1929 Stockholm, lebt in New York.

Biogramm

Mit sieben Jahren kommt O. mit seinen Eltern Sigrid Elisabeth O. (geb. Lindforss) und Gösta O. sowie dem jüngeren Bruder Richard Erik von Göteborg nach New York und dann nach Chicago, wo sein Vater als Generalkonsul an der Schwed. Botschaft bis zur Pensionierung 1959 arbeitet. Dort besucht O. bis 1946 die Lateinschule. 1946-51 Stud. der engl. Lit. und bild. Kunst an der Yale Univ., das er mit dem Bachelor of Arts abschließt. 1948 Teiln. am Sommerseminar in Aqu.-Malerei und perspektivischem Zeichnen an der Univ. of Wisconsin. Im Jan. 1951 besucht er Abendkurse am Art Inst. of Chicago, beginnt dann eine Lehre als Polizeireporter im City News Bureau. Schon 1952 bricht O. die Lehre ab und konzentriert sich auf seine Karriere als bild. Künstler. 1953 stellt er erstmals satirische Zchngn mit Robert Indiana und George Yelich im St. Elmo Club, Chicago, aus. Er besucht die Oxbow Sommer Akad. für Malerei in Saugatuck/Mich., wo er Figurenzeichnen nach lebenden Modellen weiterentwickelt. 1954-55 Forts. des Malerei-Stud. am Art Inst. of Chicago unter Paul Wieghardt, zus. mit Marjorie Oplatka, Irving Petlin, Robert Natkin, Heinrich Carl Westermann. Die Schriften Walt Whitmans und Sigmund Freuds wecken sein lebenslanges Interesse für die Psychologie. Nebenbei arbeitet O. als Werbegrafiker und Ill.-Zeichner für die Zs. Chicago. Im Frühjahr 1956 zieht er nach New York, wo er 1956-61 in der Bibl. von Cooper-Hewitt, Nat. Design Mus. arbeitet, bis er ab 1962 von seiner Kunst leben kann. 1960 heiratet er Pat Muschinski (die Ehe wird 1970 geschieden); 1977 heiratet er die niederl. Kunsthistorikerin Coosje van Brugggen, mit der er die gemeinsame Tochter Maartje Elizabeth O. hat. – O. lebt und arbeitet in der Lower East Side im C. O. and Coosje van Bruggen Studio Archive. Zus. mit Roy Lichtenstein und Andy Warhol ist er der Hauptvertreter der amer. Pop-Art. The Store (1961; ausgestellt in seinem Atelier in der Lower East Side und in der Green Gall. in Midtown, New York, 1962), eine Installation mit bunten Gipsskulpturen aus alltäglichen Nahrungsmitteln und Kleidungsstücken, ist als Hw. bekannt, das die für die Pop-Art programmatische Vermischung der Sphären des Alltäglichen und der Kunst zeigt. O. ist einer der frühesten Vertreter der sog. "Soft Sculpture", einer Form der Bildhauerei, begründet in Werken wie dem überdimensionierten Floor Burger (1962), genäht aus weicher Lw., bemalt und mit Schaumstoffschnitzeln und Karton ausgestopft. O. gilt auch als Vorläufer des amer. Postminimalismus u.a. von Robert Morris, Richard Serra in den späten 1960er Jahren. O. arbeitet mit dem Prinzip der Ser. und verfolgt zeitlebens drei Themen in seiner Kunst: die Straße, das Geschäft, das Heim. Wie alle Pop-Art Künstler steht er in Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus der 1950er Jahre, speziell mit der Malerei von Jackson Pollock: In The Store benutzt O. rinnende Emailfarbe, die er auf der Skulptur eintrocknen lässt und mit der in Performances gegossen wird; 1966 veröffentlicht er den Art. Egomessages about Pollock (ArtNews, Mai 1966). Von Sept. 1957 bis Aug. 1963 wohnt er in der Lower East Side zw. Avenue D and C on 4th Street. O., der auch heute noch stets ein kleines schwarzes Notizbuch bei sich trägt, begründet seine Kunst in der Beobachtung des Alltäglichen: Er schreibt wahrnehmungsorientierte Poesie im Stil der brit. Imagisten, zeichnet nach dem Leben und sammelt Fundobjekte am Weg zw. Wohnung und Arbeit an der Cooper Union. M. der 1950er Jahre sind Amer. Comics wie "Orphan Annie", die er in Tages-Ztgn seit seiner Kindheit gesehen hat, Kinder-Zchngn und die Einfachheit des Graffiti stilistische Bezüge, die Tendenzen zur graf. Vereinfachung und der Linie als formalem Hauptelement ab 1956 erkennen lassen. Oft wird eine Rezeption des frz. Künstlers Jean Dubuffet damit in Zusammenhang gebracht, von dem er aber erst 1959 erfährt. Erste graf. und dichterische Werke entstehen zeitgleich in Chicago und werden in New York weitergeführt, z.B. die Gedicht-Slgn Strange Eggs und Observed Fragments (1956-58). Seine Kunst ist thematisch und stilistisch geprägt von der unmittelbaren Umgebung der Städte, in denen er lebt, Chicago, New York, Los Angeles; im Allg. reflektiert sie Konsum und Medien kritisch. Seine frühen plastischen und zeichnerischen Arbeiten sind auch vom frz. Surrealismus geprägt. Er beschäftigt sich mit der Psychologie von Wilhelm Stekel und Carl Gustav Jung. Seine erste Einzel-Ausst. in New York, die sog. "White Show" mit weiß bemalten pseudo-surrealistischen Fundobjekten, findet in der alternativen Judson Gall. im Mai-Juni 1959 statt. Die thematische Auseinandersetzung mit dem Stadtleben findet eine expressive, gefühlsbetonte Weiterführung in The Street (Jan.-März 1960). Im Keller der Judson Gall. wird ein einzelner bühnenartiger Raum mit freistehenden und hängenden Kartonfiguren von Heimatlosen, Straßenmädchen, Autos und Gebäudeteilen gefüllt, so dass Besucher sich im Environment aus Papier, Jute, Blechstücken, alten Schuhen etc. frei bewegen können. Die flachen Formen sind von Hand gerissen und Umrisslinien werden im Stil Pollocks mit einem groben Pinsel und schwarzer tropfender Farbe bemalt. Kritzeleien wie im Graffiti und überhöhte Wortfragmente demonstrieren O.s Interesse am Primitivismus und der Konkreten Poesie. Chicagoer Schriftsteller wie James T. Farrell, Nelson Algren und Saul Bellow prägen seine Einstellung gegenüber der Großstadt als Ort der sozialen Depression. Sein expressiver Realismus kommt in der Farbwahl (schmutziges Graubraun, Schwarz) und Materialwahl (alte Schachteln etc.) zum Ausdruck. 1959 erfindet O. den Ray Gun Mythos, sein Alter Ego, das von nun an regelmäßig in Schriften, Zchngn und Skulpturen auftaucht. In O.s Slogan "auslöschen-beleuchten" wird Ray Gun in Anspielung auf die Dynamik der Existenz als gleichermaßen fantasievolle und destruktive Figur charakterisiert. Das Ray-Gun-Motiv entsteht in Anlehnung an die Comic Figur Buck Rogers und dessen Strahlenpistole. Zeitgleich mit O. stellt der amer. Assemblage-Künstler Jim Dine im zweiten Raum der Judson Gall. die Sperrmüllinstallation "The House" aus. Die gemeinsame, von O. organisierte Ausst. nennt sich "Ray Gun Show". O. konzipiert Ray Gun Spex, eine Ser. von Performances mit Dine, Red Grooms, Al Hansen, Dick Higgins, Allan Kaprow, Robert Whitman. Diese theatralischen Abende in der Judson Church beginnen mit O.s erster eigener Performance Snapshots from the City, aufgeführt in "The Street". Muschinski spielt eine Prostituierte und O. stellt einen Obdachlosen dar: Innerhalb von 20 Minuten wird die Straße zum Leben erweckt und der Eindruck des sozialen Elends wird akustisch in einer wortlosen Inszenierung durch Stöhnen, Schreien, Kreischen und Rascheln vermittelt. Der bild. Künstler Lucas Samaras ist verantwortlich für das Licht; einem fotogr. Blitzlicht ähnlich, schaltet er die grelle Beleuchtung in raschen Intervallen an und aus. Erweckt wird die Irritation des Publikums im Sinne Antonin Artauds "Theater der Grausamkeit", aus der der experimentelle Filmemacher Stan Vanderbeek den kurzen 16-mm-Film "Snapshots of the City" macht. O.s erste Berührung mit dem Nachkriegstheater und der neuen Kunstrichtung des Happenings findet am 1. Mai 1958 statt: auf einem Fest am Bauernhof von George Segal in New Brunswick lernt er Kaprow kennen, dessen "18 Happenings in 6 Parts" er 1959 in der Reuben Gall. miterlebt. Kaprow gilt als Begründer des Terminus "Happening". Diese anti-trad. Performances sind ausgestattet mit billigen, oft gebrauchten Mat. und besetzt mit Laienschauspielern, die Mienenspiel, Bilder, Laute und Musik als Träger von nicht-narrativen Handlungsabläufen einsetzen. Bek. Skulpturen aus der Street-Phase sind "Empire" ("Papa") Ray Gun, C-E-L-I-N-E, Backwards (beide 1959), gefertigt aus Kleister, Ztg.-Papier, und Maschendraht in Pappmaché; Street Ray Guns, eine Slg von rechtwinkeligen Fundobjekten, die in ihrer Form einer Strahlenpistole ähneln, die O. bis heute sammelt. The Street wird zum zweiten Mal in der Reuben Gall. im Mai 1960 ausgestellt. Im Dez. 1960 veranstaltet O. dort Blackouts als T. von "Christmas Varieties", einem Programm mit Dine, Simone Forti, Robert Morris; 1961 folgt Circus (Ironworks/Fotodeath) in der Reuben Gall. inspiriert von Ztg-Art. über einen Massenmörder, der seine Opfer in der Wüste außerhalb von Los Angeles fotografiert, bevor er sie umbringt. Samaras spielt in der Leitszene einen Fotografen, der eine Fam. vor der Kamera sitzend "umbringt" als er den Auslöser drückt. Diese Performance kann als Kritik an der medialen Representation im Allg. und als Auseinandersetzung mit dem Atomzeitalter im Speziellen verstanden werden. In den Schriften des Psychoanalytikers Norman O. Brown, den O. liest, werden Atombombentests in der Wüste Nevadas als Symbol für Befreiung verdrängter sexueller Energien der Ges. verstanden. O. beendet das Thema der Straße Ende 1960 und beginnt die Auseinandersetzung mit dem Thema des Ladens in der Lower East Side, einer Jüdisch-Orthodoxe Nachbarschaft, auch heute noch bekannt für ihre Delikatessengeschäfte. Anstatt der düsteren Farbwahl von Schwarz-Weiß deuten bunte Gipsskulpturen eine neue Stimmung an: nach der Beschäftigung mit Tod und Elend folgen Sex und der Erotik, beides Schwerpunkte massenmedialer Berichterstattung und somit Hauptthemen der Pop-Art. 1961 schreibt O. das wichtige institutionskritische Manifest I Am For an Art im Stil der Listenpoesie Whitmans. Er mietet am 1. Juni 1961 ein neues Atelier an, das an der Tür in der 107 East Second Street als "Ray Gun MFG.CO" ausgewiesen wird. O. druckt Briefpapier und Visitenkarten in einer programmatischen Verschmelzung des Realen und Imaginären, der Sphären des Kommerziellen und der Kunst. In Imitation eines Geschäftes für Kleidung und Lebensmittel eröffnet dort am 1. Dez. 1961 The Store, eine Werk-R. mit ca. 60 freistehenden und hängenden Gipsreliefs aus versteiftem Stoff über Draht, bemalt mit Lack. Ausgestellt werden z.B. Bride Mannikin, Black Girdle, Blue Legs, Blue and Pink Panties, Red Pie, Chocolates in a Box (alle 1961). Im Frühjahr 1962 findet im hinteren Raum das Ray Gun Theater statt. Zehn Performances werden inszeniert, u.a. Store Days I, II sowie Nekropolis I, II und Injun I, II. Bemalte Musselinrequisiten, wie ein Frachter und Segelboot in Store Days I, vollgestopft mit Schaumstoffschnipseln, sind Vorläufer für die überdimensionierten weichen Lw.-Skulpturen wie Floor Cone, Floor Burger oder Floor Cake. Das Experimentieren mit Maßstabsverschiebungen, zus. mit formalen Elementen der Bildhauerei wie Gewicht, Form, Mat., kennzeichnen diese Arbeiten als innovativ. Mit der Store-Werk-R. nimmt O. an Gruppen-Ausst. teil, die die Pop-Art einläuten: 1962 an "New Realists" in der Sidney Janis Gall., 1963 an "The Popular Image" in der Washington Gall. of Mod. Art zus. mit George Brecht, Dine, Jasper Johns, Lichtenstein und Warhol. 1963 führt O. Gayety an der Univ. of Chicago auf. Der Raum ist wie ein Motorradring organisiert, mit dem Publikum in der Mitte, auf das am E. ein riesengroßer roter weicher Mund von der Decke herabfällt. Im Herbst 1963 reist O. nach Los Angeles. Inspiriert von der neuen Westküsten-Umgebung entstehen weiche Skulpturen aus elastischem und glänzendem Vinyl für die neue Schaffensphase, die das Heim fokussiert. O. findet das neue Mat. am Sunset Boulevard. Objekte wie Silex Juicit Fruitpress, Soft Toilet und Soft Light Switches entstehen und werden als Ser. in drei Mat. ausgeführt: als bemalte 1:1 Kartonmodelle, genäht von Muchinski in buntem Vinyl und als weiße Musselin-Lw., sog. "Geistermodelle". Diese Mat. verhalten sich unterschiedlich unter dem Einfluss ihres eigenen Gewichtes und der Schwerkraft im Hängen und Stehen. Die Komp. mit Hilfe des Zufalles wird als neue Wertvorstellung im amer. Postminimalismus der späten 1960er anerkannt. Erste Zchngn für das Bedroom Ensemble entstehen 1963. Die Installation, eine 1:1 Reproduktion eines Schlafzimmers aus Sperrholz und Karton, reflektiert das Thema des Starkultes und der Illusion des Privaten in Hollywood. Unter dem Einfluss der neuen Kunstbewegung des Minimalismus gestaltet O. Holzbett, Sessel und Kommode als Parallelogramme mit übersteigerten perspektivischen Verzerrungen wie Fluchtlinienverkürzungen und stark verflachten Ansichten. Die Archit. von Los Angeles, Möbelgeschäfte und Reklametafeln hoch über den Straßen inspirieren O. mit geometrischen Formen zu arbeiten. Bezogen mit marmoriertem Papier und Imitationsstoffen mit Tiger-, Leopard- und Zebramustern erinnert das Environment an billige Motelkultur und Sexindustrie. Eine Uhr ohne Zifferblatt, zugenähte Bettlaken, eine Lampe ohne Glühbirne, ein beschlagener Spiegel spielen symbolisch an den Tod an. Für ist O. das Schlafzimmer ein "rationales Grab, des Pharaos oder Platos Schlafzimmer" (C. van Bruggen, 1991, 37) und wird erstmals im Nov. 1964 in "Four Environments by Four Realists" zus. mit Dine, James Rosenquist, George Segal in der Sidney Janis Gall., New York, ausgestellt. 1965 Umzug in neues Atelier in der Nähe vom Union Square in Manhattan. Beinflusst von der Größe des Lofts und der Hochhaus-Archit. im allg. ensteht eine der wichtigsten neuen zeichnerischen Ser. Proposed Colossal Monuments in Kreide und Wasserfarbe. Hier findet ein Spiel mit Maßstabsverhältnissen sowie eine Dislozierung von Figur und Hintergrund statt: z.B. steckt ein Eis am Stiel in der Flucht von Wolkenkratzern in der Park Avenue fest, so dass der Verkehr brachliegt. 1969 werden diese Visionen ins Reale umgesetzt mit Lipstick (Ascending) on Caterpillar Tracks (Yale Univ., New Haven, 740 × 760 × 330 cm). Als ein 7,4 Meter großer Lippenstift, der auf einem Panzer steht, ist die Außenskulptur zur Zeit der Hippiebewegung und des Vietnamkrieges politisch heftig umstritten und muss auf eine weniger zentrale Stelle am Campus der Univ. zum Kunst-Mus. hin verschoben werden. 1965 beginnt die lebenslange Produktion von Multiple-Editionen wie Baked Potato mit einer Auflage von 75 Stück oder Tea Bag mit 125 Stück. Eingeladen von Jonas Mekas, dem Gründer der Film Makers’ Cinematheque (heute Anthology Film Arch.), inszeniert O. im Dez. 1965 Moveyhouse. In Auseinandersetzung mit dem Expanded Cinema lässt O. für ca. 20 Min. den Filmprojektor leerlaufen und erklärt den Lichtkegel zur Filmskulptur. Während sechs Performance-Mitgl. in den Reihen sitzen und sich wie ein Publikum benehmen, sehen die echten Besucher vom Gang aus zu. In den 1960er und frühen 70er Jahren dreht O. experimentelle 8mm-Filme im Stil von Heimvideos; in den 1960er Jahren arbeitet er mit Filmemachern wie Robert Breer, VanderBeek, George Manupelli und John Jones zus., um seine Happenings zu dokumentieren. Zw. 1960-66 inszeniert O. mehr als 20 Gruppenperformances. O.s letzte Performance in den 1980er Jahren, Massage, findet im Okt. 1966 in Stockholm im Mod. Mus. statt: Im Anklang an Marshal McLuhans Idee einer akustischen Massage werden Aufnahmen von O.s Schritten zunehmend lauter, während Besucher in warme Decken gehüllt am Boden liegen. – Die erste O. Retr. findet 1966 in Stockholm, Mod. Mus. statt. Auf dem Umschlag des Ausst.-Kat. taucht die Figur der Geometrischen Maus als Anspielung auf Mickey Maus und die Hollywood-Industrie auf. Skulptural wird das neue stromlinienförmige Auto von Chrysler bearbeitet. 1967 wird das Bedroom Ensemble auf der 9. São Paulo Bienn. als offizieller US-amer. Beitr. gezeigt. 1970 organisiert die amer. Kunstkritikerin Barbara Rose O.s wichtigste Retr. am MoMA in New York und verfasst einen umfassenden Katalog. - Von den frühen 1970er Jahren an befasst sich O. hauptsächlich mit der Realisierung von großformatigen Außen-Skulpturen im Auftrag von Mus. und öff. Institutionen wie Stadtgemeiden. Der 8-Meter-hohe Giant Three-Way Plug (1970) entsteht für das Oberlin College/Ohio; Flashlight (1981) ist ein 11,5 Meter hohes Mon. für den Campus der Univ. of Nevada, Las Vegas; Spoonbridge and Cherry (1988) mit 8,8 Metern steht vor dem Eingang des Walker Art Centers/Minnesota. 1976 beginnt O. künstlerische Zusammenarbeit mit van Bruggen; seit 1981 sind Mon. und Zchngn von beiden signiert. Außenskulpturen aus dieser Ser. sind auch internat. zu sehen. In Köln steht Dropped Cone (2001), eine Eiscremetüte mit schmelzendem Vanilleeis auf dem Dach eines Einkaufszentrums in einer auffälligen Ecklage. 1971 erwirbt O. zwei viergeschossige Loftgebäude in der Lower East Side als Atelier und Wohnhaus. Seine Slg von Ray Guns und anderen Fundobjekten wird auf den Regalen platziert. Auf Einladung von Kasper König nimmt O. an der documenta 5 1972 teil. Das Mouse Museum als Mus. innerhalb des Mus. wird im Fridericianum in Kassel aufgebaut. Unter Mithilfe von van Bruggen entsteht 1977-78 ein verändeter Umbau in Form der geometrischen Mickey Mouse mit eingebauten, beleuchteten Wandvitrinen und eigenem Ray Gun Flügel. In intuitiver Anordung werden 367 Gegenstände aus O.s. Privat-Slg (Fundobjekte, Geschenke von Freunden und kleine Skulpturen aus allen Werkphasen) vermischt. In the 1970er und 80er Jahren liegt O.s. Arbeitsschwerpunkt auf mon. Skulpturen und im Zeichnen. Vermehrt enstehen seit den 1990er Jahren Multiples. Seit 2000 konzentriert O. sich auf die Renovierung und Wiederinstandsetzung seiner zahlr. Außenmonumente.

Werke

Basel, KM. Chicago, Art Inst. - MCA. Cranbrook/Mich., AM. Dallas/Tex., MoA. Darmstadt, Karl Ströher Slg. Detroit/Mich., Inst. of Arts. Frankfurt am Main, DZ Bank KS. - MMK. Hamburg, KH. Houston/Tex., Menil Coll. - MFA. Köln, Mus. Ludwig. Krefeld, Kaiser Wilhelm Mus. London, Tate. Los Angeles, Gemini G.E.L. - MCA. New York, Judd Found. - Metrop. Mus. - MoMA. - Guggenheim. Ohio, MoA. Paris, Centre Pompidou. - MNAM. Philadelphia/Pa., MoA. Princeton/N.J., Univ. AM. San Francisco/Calif., MMA. Saint Louis/Mo., AM. St. Petersburg, Ludwig-Mus. im Russ. Mus. Utsunomiya/Japan,, MoA. Washington/D.C., Hirshhorn Mus. and Sculpt. Garden. - Smithsonian Amer. AM. Wien, MMK Stiftung Ludwig.

Selbstzeugnisse

C.O./E.William, Store Days, N.Y. 1967; Injun and Other Histories, A Great Bear Pamphlet, N.Y. 1966; Raw Notes: Documents and Scripts of the Performances Halifax 1973 (2005); Strange Eggs (K Menil Collection), Houston/Tex. 2014; C.O. (u.a.), Writing on the Side, 1956-1969, (K MoMA), N.Y. 2013.

Ausstellungen

E: Chicago: 1953 Club St. Elmo; 1967, '78 MCA / New York: 1959 Art School Libr., Cooper Union; 1960 Judson Gall.; Reuben Gall.; 1962 Ray Gun Mfg. Co.; 1962 Green Gall.; 1964, '66, '70 Sidney Janis Gall.; 1969 (K, Retr.), '13 MoMA; 1976, '86, '90 Leo Castelli Gall.; 1992 The Pace Gall. (K); 2002, '15 Paula Cooper Gall.; 2002 (K), '09 Whitney; 2005 PaceWildenstein Gall.; 2005 Zwirner and Wirth Gall. (K) / 1964 Paris, Gal. Ileana Sonnabend / 1966 Stockholm, Mod. Mus. (K) / 1968 Los Angeles, Irving Blum Gall. / 1970, '77 Amsterdam, Sted. Mus. (beide K) / 1971 Pasadena, AM (K, Wander-Ausst.) / 1975 Tübingen, KH (K) / 1975 Minneapolis, Walker AC (K) / 1979 Köln, Mus. Ludwig (K) / 1982 Düsseldorf, Gal. Schmela / 1983 Rotterdam, BvB (K) / 1987 Krefeld, Mus. Haus Lange und Haus Esters / 1988 Brüssel, Pal. des BA / 1992 Frankfurt am Main, Portikus (K) / 1992 Basel, Mus. für Gegenwartskunst (K) / 1993 Bremen, Neues Mus. Weserburg / 1994 Tel Aviv, MoA / 1995 Washington (D.C.), NG of Art (K, Wander-Ausst.) / 1999 Venedig, Mus. Correr (K) / 2006 Rivoli, Castello di Rivoli, MAC (K) / 2012 Wien, MUMOK (K) / 2013 Bilbao, Mus. Guggenheim (K) / 2014 Houston,Tex., Menil Coll. (K). - G: New York: 1958 City Gall.: Drawings; 1959 Judson Gall.: Judson Group: Baer, Dine, Oldenburg, Ratliff, Stasik, Tyler, Wesselman; 1960 Reuben Gall.: Below Zero; 1961 Martha Jackson Gall.: Environments, Situations, Spaces; Sidney Janis Gall.: 1962 New Realists; 1964 Four Environments by Four New Realists; 1973 Twenty-five Years of Janis, part 2; MoMA: 1963 Americans; 1990 High and Low; 1965 Guggenheim Mus.: Eleven from the Reuben Gall.; 1966 Jewish Mus.: Environments: Painting and Constructions; 1968 Dwan Gall.: Earth Works; 1969 Richard Feigen and Co.: Dubuffet and the Anticulture; Whitney: 1974 Amer. Pop Art; 1984 Blam! The Explosion of Pop, Minimalism, and Performance, 1958-64; 1999 The amer. c.; 2015 America Is Hard to See; 2012 The Pace Gall.: Happenings, New York, 1958-63 / 1962 Philadelphia, Arts Council of the YM/YWHA: Art 1963 / 1963 Washington (D.C.), Gall. of Mod. Art: The Popular Image / 1964 Stockholm, Mod. Mus.: Amer. Pop Art (K) / Los Angeles: LACMA: 1967 Amer. Sculpture of the Sixties; 1993 Hand-Painted Pop; 1971 Art and Technology / 1969 London, Hayward Gall.: Pop Art Redefined / 1971 Köln, KV: Happening & Fluxus / 1971, '77, '82 Kassel: documenta / 1985 New South Wales, AG: Pop Art 1955-70 / 1987 Berkeley, Univ. of Calif. AM: Made in U.S.A. / 1993 Berlin, Martin-Gropius-Bau: Amer. Art in the 20th c. / 2003 Wien, MUMOK: X-Screen / 2010 Madrid: CARS: New Realisms, 1957-62.

Bibliographie

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