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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Permoser (Belmosel; Delmosel), Balthasar (Baltzar; auch Baldassare Fiammingo; Pseud. Johannes Barbatius oder Barbatia; Johann B[arbartius] Schoenbart), dt. Bildhauer, Holz-, Elfenbeinschnitzer, *13.8.1651 Kammer/Chiemgau, †20.2.1732 Dresden.

Biogramm

Abgesehen vom Geburts-Dat. sind P.s frühe Jahre nicht dok.; deshalb stützt sich die ältere Lit. v.a. auf Chron. des 18. Jh. (zit. z.B. bei Schmidt, 2012), in denen sich allerdings auch zahlr. Topoi finden wie die des schnitzenden Bauernjungen, der seine erste künstlerische Förderung bei einem in Kammer ansässigen Künstler erfährt; es ist durchaus denkbar, dass P. ab 1663/65 Lehrling in der Wkst. des Bildhauers Wolf Weißenkircher (1609) in Salzburg ist und v.a. bei Wolf Weißenkircher (1639) lernt, zumal er später einige seiner Werke mit dem Zusatz "von Salzburg" signiert; in Salzburg wird er vermutlich auch mit Bartlmä Obstall und dem hervorragenden Elfenbeinschnitzer Balthasar Grießmann in Berührung gekommen sein und evtl. eine weitere Ausb. erfahren haben. Ob P., der aus einer wohlhabenden Chiemgauer Bauern-Fam. stammte, tatsächlich als einziger Sohn beim Tod des Vaters 1667 zugunsten der Mutter auf sein Erbe und den Beruf des Bauern verzichtete, ist ebenso spekulativ wie sein längerer Aufenthalt in Wien (um 1670/71-75 als Geselle bei Tobias Kracker [1650]). Auf einer hypothetischen Gesellenwanderschaft sei er spätestens 1675/76 nach Italien gekommen und habe sich dort vermutlich in versch. Städten aufgehalten. Der ebenfalls nicht dok. Aufenthalt in Rom ist deshalb wahrsch., weil sich in seinen Werken die Auseinandersetzung sowohl mit antiken Skulpturen als auch mit zeitgen. röm. Werken wie denen von Giovanni Lorenzo Bernini und Alessandro Algardi (1598) zeigt. Ob seine (ebenfalls nicht belegte) Begegnung mit dem fläm. Elfenbeinschnitzer Francis van Bossuit in Rom (im Umfeld der 1673 gegr. und von Ciro Ferri geleiteten Accad. Fiorentina) oder in Florenz stattgefunden hat, ist ebenso ungesichert wie seine erste Begegnung mit Giovanni Battista Foggini, der sich als Stipendiat der Akad. bis 1676 in Rom aufhält und mit dem er später in Florenz nachweislich zusammenarbeitet. Dort ist er 1682 erstmals dok., als er für die Großherzogin Vittoria della Rovere (Mutter des Großherzogs Cosimo III. de' Medici) ein Elfenbeinkruzifix restauriert. Zu dieser Zeit ist er in Florenz bereits ein begehrter Bildhauer; das zeigt sowohl das Dok. über den Streit um ein von P. für den Maler Baldassare Franceschini, gen. il Volterrano, ausgef. Kruzifix in Holz sowie die hohe Summe, die der Granprincipe Ferdinando de' Medici für zwei hölzerne Guéridonfiguren bezahlt. 1685 ist dann die erste Zusammenarbeit mit Foggini belegt: eine nicht mehr erh. Grotte mit der überlebensgroßen Figur des Hl. Hieronymus, gefolgt von einer Hochzeitskutsche (1688/89) für Violante von Bayern, für die P. die figürlichen Teile schnitzt (eine Ansicht der Kutsche ist durch einen Kpst. überliefert). Bereits 1686 vollendet er den 1683 in Auftrag gegebenen Kalvarienberg für Vittoria della Rovere, 1688 drei Besteckgriffpaare (Adam und Eva; eine zweifigurige wie dreifigurige Puttengruppe) und im Jan. 1689 das Porträt-Medaillon der Violante Beatrix von Bayern (alle Florenz, Mus. degli Argenti). Diese dok. Werke sind Ausgangspunkt für einige Zuschr., wie dem Putto mit Maske (ebd.), und zeigen den Einfluss, den Leonhard Kern auf P. gehabt haben soll (Schmidt, 2012). Bereits früher (um 1675/80) wird das P. zugeschr. Reliefpaar mit Apoll schindet Marsyas und Merkur und Argos (Braunschweig, HAUM) datiert, für das er vermutlich dasjenige von Bossuit (Toronto, Priv.-Slg; Wiesbaden, Slg Reiner Winkler) als Vorlage verwendet. In der Florentiner Zeit entstehen auch die ersten bek. großen Marmor-Skulpturen für die Fassade von SS.Michele e Gaetano zus. mit dem Mitarb. Andrea Vaccà: 1685 für die Modelle bezahlt, beginnt P. 1686 mit den das Hauptportal bekrönenden Giebelfiguren Hoffnung und Armut im Geiste sowie dem Wappenschild der Theatiner (1689 enthüllt), denen 1690 die Nischenfigur des Hl.Kajetan über dem linken Seitenportal folgt (die Arbeit wurde vermutlich für die Schnitzereien an der Hochzeitskutsche für Violante von Bayern unterbrochen). Wie ähnlich P. bereits damals in versch. Größen und Mat. arbeitet, zeigt schon der Vergleich der Gesichter der hl. Maria Magdalena vom Kalvarienberg und der Armut im Geiste, ebenso wie Standmotiv und Gewandbehandlung der Madonna des Kalvarienberges mit denjenigen des Hl. Kajetan. 1689 als Hofbildhauer nach Dresden berufen, siedelt P., nachdem er die Florentiner Aufträge abgeschlossen hat, im Aug. 1690 dorthin über und steht im Dienst erst der Kurfürsten Johann Georg III. und Johann Georg IV., ab 1694 v.a. Friedrich August I., der 1697 als August II. zum König von Polen gekrönt wird. In Dresden entstehen P.s Hw., sowohl im großen Format wie auch in den Kabinettstücken für die sächsische Schatzkammer, das Grüne Gewölbe. Daneben ist er aber auch außerhalb Dresdens tätig. 1690-95 mit den großformatigen Skulpturen für den Großen Garten beschäftigt, von denen sich zwei der Herkules-Gruppen (Herkules und Busiris; Herkules und der Drachen der Hesperiden) am Eingang des Gartens erhalten haben, folgen 1702-06 vier Sandstein-Statuen für Apels Garten in Leipzig (erh. sind die Statuen von Jupiter und Juno, heute Leipzig, MBK) sowie 1706-10 die zwei Atlantenhermen am Berliner Schloss. 1711 beginnt er dann mit der bauplastischen Ausstattung des 1709-28 durch Matthäus Daniel Pöppelmann errichteten Zwingers; P. ist dabei v.a. für die Entwürfe und das Programm zuständig, die Ausf. der meisten Werke liegt in den Händen zahlr. anderer Bildhauer, die in seiner Wkst. arbeiten und meistenteils aus dem sächsischen Raum stammen; viele der Werke sind zerst., and. durch Kopien ersetzt, nur wenige als eigenständige Arbeiten P.s zu identifizieren wie drei der Nymphen im Nymphäum; mehrere großformatige Skulpturen befinden sich heute in einer Dauer-Ausst. im Pal. im Großen Garten (unterschiedliche Besitzverhältnisse). Zu seinen späten Werken zählt die Apotheose des Prinzen Eugen (1716-21, Wien, Unteres Belvedere), das heute als eines seiner Hw. gilt, dem Auftraggeber aber wohl zu wenig an der Antike orientiert war und zu realistisch die von Alter gezeichneten Gesichtszüge zeigt. P. hat sich selbst im Türkensklaven zu Füßen des Prinzen porträtiert. Anschl. entstehen die Hll. Ambrosius und Augustinus aus weiß gefasstem Lindenholz (1724/25; zeitweise Bautzen, SM, heute wieder in situ) für die Dresdner kath. Hofkirche, für die P. bereits 1712 die Kanzel, 1720/21 den Taufstein und 1721 die Figur des Christus an der Geißelsäule aus farbigem Untersberger Plassenkalk gestaltet. Zwei weitere Versionen des Gegeißelten Christus aus diesem Mat. befinden sich in Moritzburg (um 1725) und Dresden (Skulpturen-Slg; sign., 1728 dat.). Letztes großformatiges Werk ist sein Grabmal auf dem kath. Friedhof in Dresden-Friedrichstadt, ein über 3,50 Meter hoher Kalvarienberg aus Sandstein von 1730/31 (heute in der Friedhofs-Kap.). - Auch wenn P. viele Arbeiten in Dresden ausführen kann, ist er auch immer wieder auf Reisen, besucht seine bayerische Heimat (1692 stiftet er eine Schule in Otting, einem Nachbarort von Kammer) und mehrmals die Weißenkircher Wkst. in Salzburg, begleitet sein in Dresden geschaffenes Werk für Prinz Eugen nach Wien, reist aber auch nachweislich 1697/98 sowie 1725 nach Italien. Ob er jemals in Braunschweig war oder eine erste Begegnung mit Herzog Anton Ulrich bereits in Italien stattgefunden hat, ist nicht bek., wird aber vermutet; der Herzog gehört jedenfalls auch zu seinen Förderern. Der Jahreszeitenzyklus (Elfenbein, 1695 dat. und sign.), in dem er wie in den and. Zyklen auch, die Jahreszeiten als Flora, Ceres, Bacchus, Vulkan darstellt, ist entweder im Auftrag des Herzogs entstanden oder von diesem in Dresden erworben worden und seit 1722 in Braunschweig dok. (Verbleib von Herbst und Winter lange unbek., dann Priv.-Besitz, seit Okt. 2016 Braunschweig, HAUM). Ein ähnlicher, in Dresden befindlicher Zyklus wird sehr unterschiedlich dat. (zw. 1680 und 1714), die Marmorbüste von Herzog Anton Ulrich P. (zuletzt Marth, 2013) aber auch Heinrich Meyring (Schmidt, 2012) zugeschr. (eine weitere Büste aus Alabaster, auch Braunschweig, HAUM, gilt seit langem als Werk P.s). - P. gehört neben Andreas Schlüter zu den wenigen außerordentlichen Bildhauern des Spätbarock in Deutschland. In seinen großformatigen Dresdner Werken gelingt es ihm, Stil und Sujet miteinander zu verbinden. Ist bei den Kirchenvätern für die Dresdner Hofkirche "der Ausdruck des Religiösen zu majestätischer Feierlichkeit gesteigert", so scheinen die Nymphen im Dresdner Zwinger "in ihrer höfischen Anmut bereits das Rokoko vorwegzunehmen", die Atlantenhermen an den Pilastern des Pavillon "hingegen strotzen vor Naturalismus" (Schedler, in: Büttner u.a., 2008, 323). Seine Porträts sowohl in kleinem Format, als auch (über)lebensgroß zeigen seine Fähigkeit, eine Persönlichkeit zu erfassen und zählen "zu den großartigsten Schöpfungen der Porträtskulptur des Spätbarock in Deutschland" (Burk, in: Kat. Dresden, 2012). Hinzu kommen die Kabinettstücke, die z.T. mit dem Goldschmied Johann Melchior Dinglinger entstehen. Ein solches Gemeinschaftswerk ist der sog. Mohr mit Smaragdstufe, ein aus Birnbaumholz geschnitzter junger Mann, der auf einem Tablett aus Schildpatt einen aus Kolumbien stammenden Gesteinsbrocken mit 16 Smaragdkristallen trägt (1581 Geschenk Kaiser Rudolfs II. an Kurfürst August). Gesichtszüge und Farbe der Schwarzafrikaner sind kombiniert mit den Tätowierungen und dem Schmuck der Ureinwohner Floridas. Weitere exotisierende oder mythologische Figuren sowie Dosendeckel aus Elfenbein mit Reliefs hat P. für die Schatzkammer des sächsischen Fürsten, aber auch für and. Auftraggeber geschaffen. Sie wurden von and. Künstlern in versch. Mat. kopiert, u.a. in Meißen erst als Böttgersteinzeug, dann in Porzellan. - Seit Asche (1978) ist keine umfassende Monogr. über P. erschienen, die Forsch. ist bei vielen Details, v.a. in Fragen der Dat. und Zuschr., uneins. - P. verteidigt seine damals nicht mod. Barttracht in dem Buch Der Ohne Ursach verworffene und dahero von Rechts wegen auff den Thron der Ehren wiederum erhabene Barth, dessen Titel-Bl. den Autor mit einem gewaltigen Bart zeigt (Ffm. 1714; Kpst. von Moritz Bodenehr).

Werke

Berlin, KGM: Herkules und Omphale, Elfenbein, nach 1690. Braunschweig, HAUM: Selene und Endymion, Elfenbein, um 1680/90. Dresden, Skulpturen-Slg: Chronos, um 1695; Apoll, 1715; Minerva, 1716 (beide sign. und dat., früher Grottenhof); Venus Anadyomene, 1724, Sandstein, sign. (für den Schlosspark Wiederau b. Borna). - Grünes Gewölbe: Dromedar mit zwei Afrikanern, 1690/1700; Bad der Diana, 1704 (beide mit Dinglinger). - Rüstkammer: Hirschfänger, Griff als Gott Pan, vor 1732. Leipzig, MBK: Die Verdammnis, um 1725. - Grassi-MAK: Triumph des Kreuzes (1685 und 1700 dat.). München, Bayerisches NM: Endymion, Elfenbein (1675/80 und 1690/95 dat.); Selene, Elfenbein, um 1700/05 (Fragm. einer Gruppe); Merkur und Argos, Elfenbein, um 1700/10. New York, Metrop. Mus.: Büste des leidenden Marsyas, Marmor, um 1680/85 (zugeschr.; nach Bernini, Anima dannata, 1619, Rom, 1619, Pal. di Spagna; id. Verdammnis, Leipzig, MBK).

Ausstellungen

E: 2001-02 Dresden, Albertinum (K; Lit.). - G: 1977 Hamburg, MKG: Barockplastik in Norddeutschland / 1995 München, Bayerisches NM: Apoll schindet Marsyas / 2010 Wien, Belvedere: Prinz Eugen / 2013 Florenz, Pal. Pitti, Mus. degli Argenti: Diafane passioni / 2018-19 Dresden, Grünes Gewölbe: Augen-Blicke (alle K).

Bibliographie

ThB26, 1932. SvKL IV, 1961; DA XXIV, 1996 (Lit.); NDB XX, 2001 (Lit.). S.Asche, B.P., Leben und Werk, B. 1978 (WV; Lit.); R.Kanz, in: B.Hamacher/C.Karnehm, Pinxit, fecit, sculpsit, M. 1994; E.Schmidt, Bruckmanns Pantheon 55:1997, 91-112; H.Guratzsch (Ed.), MBK Leipzig, Kat. der Bildwerke, Köln 1999; R.Kanz, Boll. della Accad. degli Euteteli della Città di S.Miniato 78:1999(66)81-110; H.Protzmann, Dresdner Kunst-Bll. 43:1999, 21-25; J.Kappel, Dresdner Kunst-Bll. 45:2001, 217-223; B.P. (1651-1732) zum 350. Geburtstag, Jb. Hist. Ver. für den Chiemgau zu Traunstein 13:2001; E.Schmidt, in: K.Bergdolt/G.Bonsanti (Ed.), Opere e giorni, Ve. 2001; P.Volk, Kunstchronik 55:2002, 215-218; D.Welich, Jb. Staatl. Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen 13:2005, 10-15; F.Büttner u.a. (Ed.), Barock und Rokoko (Gesch. der bild. Kunst in Deutschland Bd 5), M. u.a. 2008; U.Weinhold, Dresdner Kunst-Bll. 54:2010(2)99-115; P.Zitzlsperger, in: V.v.Flemming/A.E. Kittner (Ed.), Barock - mod.?, Köln 2010; E.D. Schmidt, Das Elfenbein der Medici, M. 2012 (Dok.); Herzog Anton Ulrich zu Gast in Dresden (K Residenzschloss), D. 2012; M.De Grassi, Zbornik za umetnostno zgodovino 49:2013, 95-108; R.Marth, ZKW 67:2013, 92-116; J.Ramharter, Barockberichte 62:2014, 56-72; M.Trusted, in: W.Cupperi (Ed.), Multiples in pre-modern art, Z. 2014; F.Martin, in: M.Heun (Ed.), Kosmos Antike, Weimar 2015. Online: kulturstiftung.de. Mitt. J.Burk, Bayerisches NM, München; R.Kanz, Univ. Bonn.

Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Permoser, Balthasar, Bildhauer, * Kámmer bei Otting im Chiemgau Aug. 1651 (get. 13. 8.), † Dresden 20. 2. 1732 (beigesetzt auf dem kath. Friedhof in Dresden-Friedrichstadt unter einer von ihm geschaffenen Kreuzigungsgruppe). Gleich hervorragend als Steinbildhauer, wie als Schnitzer in Holz u. Elfenbein. Wurde unter dem Einfluß der Ideen u. der Persönlichkeit Friedrich Augusts I. v. Sachsen und in Zusammenarbeit mit M. D. Pöppelmann zum Schöpfer des Dresdner Zwingerstiles. Eltern: Besitzer des Neumayer-Gutes in Kammer. Erster Unterricht bei dem dort ansässigen Maler Guggenbichler (wohl kaum mit dem Bildh. Joh. Meinrad G. identisch). Um 1663 nach Salzburg in die Lehre zu einem Bildh. Weißenkirchner, vermutlich Wolfgang W. d. A. (. 1609, †1677). Um 1670 nach Wien zu Adam Kracker. Spätestens 1675 nach Italien, wo er 14 Jahre in Venedig, Rom u. and. Städten gearbeitet haben soll, nachweisbar nur in Florenz als "Baldassare Fiammingo", bzw. "Belmosel" oder "Delmorel". Für Cosimo III. tätig, der ihn später (vor 1723) gegen ein Jahresgehalt von 1000 Talero vergeblich nach Florenz zu ziehen versuchte. 1689 durch Kurfürst Joh. Georg III. v. Sachsen als Hofbildh. nach Dresden berufen, wo er 43 Jahre bis zu seinem Tode arbeitete. Reisen: 169718 nach Italien. Auf der Hinreise ca. 1 Jahr in der Heimat: Stiftung einer Schule in Otting. 1704/10 anscheinend häufige Aufenthalte in Berlin. 1717 nach Salzburg, um Marmor für einige Zimmer des Dresdner Schlosses zu besorgen. 1721 nach Wien, um die Apotheose des Prinzen Eugen abzuliefern. 1725 über Salzburg zu Fuß nach Italien. 1728 nach Salzburg (vgl. Signatur des gegeißelten Christus im Dresdner Taschenberg-Palais). Der eigenwillige Junggeselle war der damals ungewöhnlichen Barttracht und des auffallenden Kostumes wegen als Original bekannt. Vom Salzburg.-röm. Barock (Salzb. Hofbrunnen von A. Dario 1656/61) ausgehend, hat P. nach grundlichster formaler Schulung durch ital. Werkstätten den geeignetsten Boden zur glänzenden Entfaltung seiner Begabung in Dresden gefunden. Die höfischfestliche Kultur der sächs. Residenz war innerlich frei von Konvention, wie P. selbst durchaus natürlich gerichtet, zugleich empfänglich für fremde künstler. Werte. So befreite sich P. rasch von dem theatralischen Zug, der seinen ital., nach dem Vorbild Berninis geschaffenen Werken anhaftet. Trotzdem blieben für ihn nach seinen eigenen Worten "die Bildhauer von Rom" maßgebend. Rom war ihm sichtlich auch der Inbegriff antiker Kunst, deren naturalistischen Spätstufe er sich im Zwinger, "der römischen Schauburg", nach Kräften genähert hat. Allerdings wurden sich schon die Zeitgenossen des Gegensatzes bewußt, in den P. allmählich zu der neuen Vorstellung geriet, die sich das 18. Jh. über antike Kunst bildete. Graf Wackerbarth bemerkt in einem Schreiben vom 3.10. 1721 (Beschorner p. 12 u. 28) bezüglich der Apotheose Eugens, daß P. allzuviel gebracht u. sich dabei von der Antike entfernt hätte, die sonst seine Stärke wäre; Hagedorn, noch ein Verehrer P.s, schreibt (a. a. O. p. 330): "On prétend, peut-être a tort, que le prémier [Donner] fut plus scrupuleux dans le dessein que lautre [P.]." P. steht zwischen zwei Zeiten. Als wichtigstes Verbindungsglied mit der ital. Barockplastik hat seine Kunst für Deutschland ähnliche Bedeutung wie vor ihm die des 29 Jahre älteren Pierre Puget für Frankreich. Bei den Atlanten u. vielfigurigen Gruppen gelangt P. zu verwandten Formulierungen und erreicht auch in der Büste der Verdammnis dieselbe Kraft des Ausdrucks. Hier überwindet P. das ital. Vorbild wie auch bei den Kirchenvätern in Bautzen, wo das Gewand anstatt in vielen, bewegten Falten, in einfachen großen Flächen gebrochen ist und sich der Ausdruck auf die vom inneren Leben erfüllten Köpfe konzentrieren kann. Witz u. Phantasie, bewegliches Formengefühl u. dekorative Begabung befähigten ihn aber in gleicher Weise zum Schöpfer teils festlich-prächtiger, teils bukolisch-naturhafter Gartenplastik wie der Nymphen des Zwingerbades u. der Venus von Wiederau. In der organisch aus dem Bauwerk erwachsenden Plastik erreichte er die höchste Stufe in den Atlanten, Hermen u. dem Herkules des Wallpavillons des Zwinger. Das letzte Ziel seiner Kunst hat P. selbst in einem Werk sinnbildlich ausgedrückt: in einer zerstörten Gruppe des Dresdner Großen Gartens ließ er Malerei u. Bildhauerkunst sich umarmen und fugte sein Selbstbildnis den Gestalten bei. (Vgl. das Urteil Jos. Winterhalters: "Keiner wie er habe so dem Grundsatz entsprochen, daß ein guter Maler bildhauerisch und ein guter Bildhauer malerisch gebildet sein müsse".) Dabei bleibt P. bis zuletzt der Natur nahe und unterscheidet sich gerade darin von seinen Kopisten u. Nachfolgern. 1. Werke in Stein. a) Quellenmäßig bezeugt u., soweit erhalten, auch stilistisch gesichert: Marmorskulpturen der Fassade von S. Gaetano in Florenz: Wappen mit Hoffnung u. Armut (Skizzen in der Kstakademie in Düsseldorf) über dem Hauptportal u. Hl. Kajetan über d. Seitenportal. Um 1680. - Marmorrelief Himmelfahrt des hl. Andreas Corsini auf dem Altar der 1683 vollend. Capp. Corsini. Nach G. Richa (a. a. O. X [1755) 62) gemeinsam mit G. B. Foggini. - Kruzifix in Relief in S. Elisahetta delle Convertite in Florenz. Verschollen. - Fliegender Saturn am Brauersehen Hause in Dresden-Neustadt nahe der Augustusbrucke. Zur Erinnerung an den Brand von 1685. Beseitigt. Nachbildung in gebranntem Ton von 1830 im Dresdener Stadtmus. - Minerva im Kreis von Kindern. Relief am Gärtnerschen Haus hinter der Frauen kirche in Dresden. Anfang der 90er Jahre entstanden. Beseitigt. - Reiterdenkmal Augusts des Starken. Vorbereitende Arbeit seit ca. 1703. Nicht zur Ausführung gelangt, da der Auftrag an andere Künstler fiel. - Marmorgrabmal der Schwestern Kurfürstin Anna Sophia v. Sachsen (†1717) u. Wilhelmine Ernestine v. d. Pfalz (†1706), urspr. in Schloß Lichtenburg bei Prettin a. d. Elbe, 1811 im Freiberger Dom mit klassizistisch veränderter Architektur aufgestellt. Skulpturen: Caritas (bez. u.1703u.1704 dat.), Abundantia, Religion, Reue u. 4 Putten zu Seiten des Wappens. - Grabdenkmal Medailleur Raimund Faltz (†1703). Alabaster. Obelisk mit 4 Kardinaltugenden u. Tod. 1730 durch Brand vernichtet. Stich bei Reinbeck a. a. O. Abb. 6. - Statuette des jungen Herkules, der die Schlangen erwürgt, im Schloß zu Charlottenburg. Marmor. - Adam u. Eva im einstigen Bertramschen, froher Reußischen Garten in der Spandauer Vorstadt. Verschollen. - Alabasterbüste des Herzogs Anton Ulrich v. Braunschweig (reg. 1704/14). 1711 erwähnt (T. Querfurt, Lustschloß Salzdahlum), Herz.-Ant.-Ulr.-Mus. Braunschweig. - Skulpturen am Dresdner Zwinger. Bez. die Statue des Herkules auf dem Wallpavillon (Sandstein), Apollo (1715) u. Minerva (1716) aus Marmor, einst im Grottensaal des Südpavillons, jetzt im Albertinum. Aus stilistischen Gründen sind außerdem in erster Linie P. zuzuschreiben die 12 Satyrhermen des Wallpavillons, Winter u. Herbst an der Außenseite u. Sommer an der Innenseite des Torpavillons, von den Nymphen des Nymphenbades die mit dem Putto spielende, jene mit dem Kissen und die mit der Muschel. Aber auch für den gesamten übrigen Skulpturenschmuck wurde P.s Stil maßgebend. - Sandsteinskulpturen Jupiter, Juno, Mars u. Venus urspr. im einstigen Apelschen Garten in Leipzig. Jupiter u. Juno jetzt im Leipz. Palmengarten, Mars im Leipz. Stadtbauamt, Venus zerstört. - Porträtbozzetto aus Terrakotta. Bez. Albertinum Dresden. Von E. A. Brinckmann als Selbstporträt angesprochen. - Weibl. Marmorbüste, in einem Inventar der Kommende Linz des Deutsch-Ritterordens von 1718 gen. Verschollen. Arbeiten beim Umbau von Moritzburg (1720/30). Skulpturen des Gr. Gartens zu Dresden: Mohr u. Mohrin aus schwarzem Marmor, Caritas, Malerei u. Bildhauerkunst sich umarmend mit der Büste eines die Züge P.s tragenden Greises. 1756 zerstört. - Saturn u. Venus mit Kupido im einstigen Ertelschen Garten der Dresdner Ostraallee. Verschollen. - Ceres u. Merkur im einstigen "Kretzschmarschen Garten vor (Dresden) Neustadt". Verschollen. - Apotheose des Prinzen Eugen. Marmorgruppe im Unt. Belvedere zu Wien. In Arbeit 1718/21. - Apotheose Augusts des Starken. Sandstein. Bez. Ursprünglich im Park von Oberlichtenau bei Pulsnitz, jetzt im Palais des Gr. Gartens in Dresden. Nach 1722. - Vereinfachte spätere Gestaltung des gleichen Themas vor dem Schloß Elstra in der Oberlausitz. - Modell einer Apotheose Augusts des Starken im ehem. Zehmischen Kunstkab. zu Leipzig. Verschollen. - Büste der Verzweiflung eines Verdammten. Grauroter, weißgeaderter Marmor, einst im Kunstkab. Zehmisch, jetzt im Stadtgeschichtl. Mus. Leipzig. - Putto als "Winter" aus bräunlichem Marmor in der Stadtbibl. Leipzig, 1734 aus der Samml. des Grafen A. Ch. Wackerbarth in Dresden erworben. - Sandsteinfiguren urspr. im Park von Wiederau b. Leipzig: Venus mit Putto (bez. u. 1724 dat.), jetzt im Albertinum; 4 Jahreszeiten in Gestalt von Putten (bez.), jetzt im Zwinger. - Gegeißelter Christus aus braunrotem Marmor. 1721 oberhalb des Taufsteines in der alten kath. Hofkirche aufgestellt. Jetzt in der Gruft der Kath. Hofkirche. Nicht quellenmäßig bezeugt, aber sichtlich zu folg. Gruppe gehörig. - Gegeißelter Heiland aus Untersberger Marmor, 5 Schuh hoch. Um 1725 dem Sohn seines Meisters Weißenkirchner in Salzburg geschenkt. Vielleicht identisch mit dein 421 Permoser gegeißelten Heiland in Moritzburg. - Gegeißelter Heiland. Salzburger Marmor. Auf der Ruckseite Selbstporträt P.s u. Bez. "Balthasar Permoser bats gemacht in Salzburg in seinen 77. Jahr 1728". - Kreuzigungsgruppe auf P.s Grab. Sandstein. Ursprungl. an der W.-Mauer des Kath. Friedhofs Dresden-Friedrichstadt, jetzt in der Kapelle daselbst. Vor seinem Tod (1732) nach der Inschrift von P. geschaffen. Überarbeitet. Aus stilistischen Granden zugeschrieben: 4 Atlantenhermen der Lustgartenseite des Kgl. Schlosses zu Berlin. Um 1705. - Gartenskulpturen im Schloßpark zu Schwerin, 1754 aus Hamburg (einstigem Behrmannschen Garten in Horn) erworben. Davon vermutlich nur nach P.s Entwürfen: 4 Jahreszeiten (1. u. 3. Paar), Bacchus u. Hermes (5. Paar), Flora u. Diana (7. u. B. Fig. der westl. Reihe). Ähnlich P.s Elfenbein-Jahreszeiten. Die malerisch-freie Behandlung des Nackten entspricht nicht semer natürlichen Wiedergabe des Körperlichen. - Saturn aus Sandstein im Park von Seerhausen b. Oschatz. - Herkules, die Weltkugel tragend, aus Sandstein im Schloßgarten zu Elstra, Variante der Zwingerstatue. Zweifelhaft: Marmorstatuette des hl. Hieronymus in der Stadtbibl. Leipzig. Zuschreib. an P. u. Erwerbung aus Wackerbarthschen Bes. ist nicht wie bei dem Kruzifix u. dem Winter ebda aus dem Inventar nachweisbar. Die Proportionen, bes. der sehr kleine Kopf, nicht in der Art P.s - Marmorgrabstein Alex. u. Maria Amthofer (†1698 u. †1730) in der Franziskanerkirche zu Berchtesgaden. Bez. B. P. (- B. Pertiller [s. d.]?); für P. zu derb. -Marmorkanzel in der Peterskirche zu Berlin, 1730 durch Brand vernichtet. Zugeschrieben durch Heinecken a. a. O., I 44; nach der älteren Quelle (Reinbeck a. a. O. [1730] p. 86ff.) von J. C. Koch 1719f. - Skulpturen des Hochaltars, der Kanzel u. Wandreliefs für die 1721/6 erb. Kap. des Schlosses Hubertusburg. Auftrag nach G. Müller a. a. O. p. 13f. nach der Italienreise von 1725. 1739/42 völliger Umbau der Kapelle. Die Hochaltargruppe von L. Mattielli. Bei den übrigen Skulpturen kommen höchstens Entwürfe P.s in Frage. Über weitere Zuschreib. s. Beschorner, Michalski u. Tietze-C. a. a. O. Werke in Holz. Quellenmäßig bezeugt u., soweit erhalten, auch stilistisch gesichert: Statue eines großen Pferdes für August d. Starken. 1707 forderte P. dafur Holz an. Verschollen. - 2 Negerfig. im Grünen Gewölbe Dresden. Die eine bez. u. 1712 dat. - Kanzel 1712 von P. für die alte Kath. Hofkirche zu Dresden geschnitzt, 1722 vollendet. Als Stütze eine auf einem Felsen stehende Säule. Der Schalldeckel als Königskrone. 1748 wurde die Brüstung in die neue Kath. Hofkirche übertragen, das übrige in veränderter Form neu hergestellt. - Kruzifix im Dom zu Bautzen, von P. für die Kirche in Lohsa gearbeitet, aber für den 1713/4 errichteten Kruzifixaltar des Domes geschenkt. - Atlanten in dem 1718/9 erb. Opernhaus: 4 die kgl. Loge tragend, 8 am Proszenium. 1718 Holz dafür angefordert. Die der Loge beim Umbau 1749/50 beseitigt, die des Proszeniums 1848 mit dem Opernhaus verbrannt. - Ambrosius, Augustinus u. 2 Engel im Mus. Bautzen. Reste des Dreifaltigkeitsaltares der alten Dresdner Hofkirche, der 1751 in den Bautzner Dom übertragen wurde. Neben dem hl. Augustin befand sich ursprünglich die Figur eines Kindes. Steinfarben gefaßt. - Corpus Christi einer Grablegung in der Matthiaskirche zu Breslau seit 1737. Beim Castrum doloris Augusts d. Starken (†1733) verwendet, aber wohl kaum dafür geschnitzt, wie die Annalen der Jesuiten (Patzak a. a. O. p. 19) behaupten, da P. ein Jahr vor dem König starb. - Totenkopf am eigenen Sarg. Nicht erhalten. Werke in Elfenbein. a) Quellenmäßig bezeugt u., soweit erhalten, auch stilistisch gesichert: Medaillonbildnis (Flachrelief) Kurfürst Johann Georgs IV. v. Sachsen (reg. 1691/7) im Deutschen Mus. Berlin. Bez. - Gruppe Herkules, Omphale u. Cupido. Bez. Grunes Gewölbe. Wiederholungen daselbst, im Deutsch. Mus. Berlin, einst im Braunschw. Herzogl. Mus. (verschollen) u. angebl. in d. Ermitage Leningrad. - Jahreszeiten: Frühling (bez.), Sommer (bez. u. 1695 dat.) im Anton-UlrichMus. Braunschweig. Die Sign. wohl von späterer Hand übertragen, als die Rückseiten beschnitten wurden. Herbst (bez.) u. Winter)bez.), bis 1806 ebenfalls im Herzogl. Braunschw. Bes., jetzt im Harewood House, Leeds. Kopien in Altfürstenberger Porzellan.- Eine zweite ähnliche eigenhändige Serie im Grünen Gewölbe. - Triumph des Kreuzes in der Stadtbibl. Leipzig. 1734 aus der Samml. des Grafen A. Chr. Wackerbarth in Dresden erworben. - Putto, auf einen Schädel gelehnt. Bez. Bauerngehöft bei Hamburg. - Argus u. Merkur, Minerva u. Herkules, ehem. im Bes. von Chr. L. Hagedorn. Verschollen. - Die 4 Elemente des im übrigen von M. Dinglinger verfertigten Chemischen Parnasses. Nach Hirsching, Herzogl. Kunstkammer, I (1786) 154, einst im Herzogl. Mus. Braunschweig. Verschollen. b) Zugeschrieben: Endymion, aus Kammer stammend. Besitzer Ing. Schöner München. - Kruzifix urspr. in der Augustinerkirche Wien, 1709 von Kaiser Karl VI. gekauft u. 1714 dem Herzog von Braunschweig geschenkt. Herz.-Ant.-Ulr.-Mus. Braunschw. Von Chr. Scherer zugeschr. Die Faltengebung bei dem für P. gesicherten Kruzifix in der Stadtbibl. Leipzig wesentlich bewegter. - Kruzifix in der Jacobikirche zu Freiberg. Traditionelle Zuschreibung. - Kruzifix der Sophienkirche zu Berlin als Werk P.s 1813 geschenkt. Nicht mehr nachweisbar. - Kruzifix ehemals in der Samml. des letzten Kurfürsten v. Köln, Maximilian. Zuschreib. im Kat. von 1818. Verschollen. - Jupiter auf dem Adler reitend, Bekrönung einer korinthischen Säule. Urspr. Samml. Brühl, jetzt Grünes Gewölbe. 4. Goldschmiedearbeiten. Nautilusmuschel im Grünen Gewölbe zu Dresden. Vielleicht nach einem Entwurf P.s. Lit.: Gesamtdarstellungen: H. Beschorner, P.- Studien, Dresd. 1913 (S.-A. a. d. N. Arch. f. Sächs. Gesch., 33 u. 34). - E. Michalski, B. P., Frankf. a. M. 1927. - Ältere zusammenfassende Abhandlungen: O. Müller, Vergessene u. halbvergess. Dresdner Kstler des vor. Jahrh., Dresd. 1895. -Ch. Scherm, Ein Kstler aus dem Chiemgau, Augsb. Postzeitg 1896, 24. 1., 31. 1., 7. 2. -Quellen: "Bartbuch" vermutl. von P. selbst verf., Frankf. u. Lpzg 1714. - Monac. Cgm. 2000, Bay. Staatsbibliothek München. - Briefwechsel auf die Apotheose Eugens bezüglich (1719/21), in Beschorner, 1. c. p. 25ff.-[Iccander,] Kurtzgefaßte Sächs. Kern-Chronicon, Freyburg 1722, p. 78ff.; ders., Sächs. Curiositäten-Cabinett, 1 (Dresd. 1731) 254ff. - Reinbeck, Brand in Berlin, 1730. - Keyssler, Neueste Reise, 1 (1740) 469. - G. Richa, Chiese fiorent., 1755ff., III 211; IV 271; IX 94; X 62. - Chr. L. Hagedorn, Lettre à un amateur, Dresd. 1755, p. 330ff. - Kreuchauf, Hist. Erklär. der Gemälde, welche H. G. Winkler gesammelt, Lpzg 1768, p. B. -C. H. v.Heinecken, Nachr. von Kstlem, I (1768) 44, 68/70; ders., Neue Nachr. von Kstlern, I (Dresd. 1786) 5. - [J. R. Füßli,] Allgem. Kstler-Lex., Zürich 1779; 2. Theil [H. H. Füßli], 1806/21, p. 491 u. 1059. - J. Ch. Hasche, Versuch einer Dresdner Kstgesch., in: Magazin der Sächs. Gesch., I (Dresd. 1784) 148ff.; II 655ff. - J. G. Schulz, Beschreib. der Stadt Leipzig, L. 1784, p. 444. - Fr. Nicolai, Beschreib. Berlin u. Potsdam, II (1786) 930; III 1008; ders., Nachr. von den Baumeistern usw. in Berlin, 1786, p. 100 f. - Einzelne Werke: C. Gurlitt, Andr. Schlüter, Berl. 1891, p. 23ff.; ders. in: Bau- u. Kstdenkm. Kgr. Sachsen, Bd. 3, 15/23, 26/8, 33. - Chr. Scherer, Studien z. Elfenbeinplastik der Barockzeit,. Straßb. 1897; ders., Elfenbeinplastik, Lpzg 1903; ders., Braunschw. Elfenbeinsaniml., Lpzg 1931. - J. L. Sponsel, Der Zwinger, Dresd. 1909; ders., Das Grune Gewölbe, 1925. - M. Stübel, Chr. L. v. Hagedorn, I.pzg 1912, p. 174. - E. Tie tze-Conrat, P.-Studien, in: Jahrb. d. ksthist. Inst. d. Zentr.Komm., 8 (1914) 1ff. - W. Roch, Die Bautzener Werke P.s, in: Monatsh. f. Kstwiss., 7 (1914) 251ff. - B. Patzak, Die Breslauer Jesuitenbauten, Straßb. 1918, p. 19. -A. E. Brinckmann, Barockskulptur (Handb. d. Kstwiss.); ders., Barockbozzetti, IV (Frankt. 1924) 20. - Volbach, Die Elfenbeinbildw. d. Deutsch. Mus., Berlin 1923. - N. Pevsner, Leipz. Barock, Dresd. 1928. - Illa Budde, Beschr. Kat. d. Handzeichn. in d. Staatl. Kstakad. Düsseld., D. 1930, p. 149 Nr. 979 u. 979 a. - Chr. Scherer, Die Braunschweig. Elfenbeinslg, Kat. d. Elfenbeinbildw. d. Herzog-Anton-Ulrich-Mus. in Br., 1931. - Neues Lausizer Magazin, 11 (1833) 508ff. (H. Grave). - Mitt. d. Freib. Alt.-Ver., H. 34 (1897) 94ff. (K. Knebel). - Ztschr. f. bild. Kst., N. F. 11 (1900) 67ff. (Chr. Scherer). - Kstchronik, N. F. 34 (1922/3) 148f. (G. Dettmann). - N. Archiv f. Sächs. Gesch., 22 (1901) 102ff. (J. L. Sponsel). - Neujahrsbl. d. Bibl. u. d. Archivs d. Stadt Lpzg, 2 (1906) 95ff. (G. Wustmann). - Burlington Magaz., 30 (1917) 168ff. (B. Rackham). - Mitt. d. Ver. f. Gesch. Dresdens, 25 (1918) 21f. (A. Hantzsch).- Kst u. Ksthandw., 21 (1918) 65f. (O. Doering). - Münchner Jahrb. d. bild. Kst, 11 (1920) 97. - Sächs. Heimat, 1921 (W. Biehl). - Belvedere, Forum 1926, p. 30 (G. Dettmann). - Dresdner Anz., 12. 2. 1932 (H. Ermisch). - Maclagan, Two rediscov. Ivory Figures by B. P., in Pantheon, 8 (1931) 409/12. - Dresdner Nachr. 19. 2. 1932 (H. Beschorner). E. Hempel.

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